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Netzwerk Manuelle Medizin Austria

Manuelle Medizin

Was ist manuelle Medizin?

Der Begriff manuelle Medizin, früher als Chirotherapie bezeichnet, leitet sich aus dem lateinischen Wort Manus bzw. dem altgriechischen Wort Chiros für Hand ab.

Die manuelle Medizin stellt ein Fachgebiet der klassischen Schulmedizin dar, sie beruht auf wissenschaftlichen – anatomischen, physiologischen und neurologischen – Grundlagen.

Eine exakte händische Untersuchung entsprechend geschulter und geübter Ärzte macht es dabei möglich, Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat funktionellen Störungen zuzuordnen und diese Störungen in erster Linie wiederum mit den Händen zu behandeln.

Die manuelle Untersuchung ermöglicht es, Schmerzursachen an einzelnen gestörten Bewegungssegmenten oder funktionell veränderten Gelenken zu erkennen.

Da diese Gelenke primär in ihrer Funktion gestört, häufig aber in Form und Zusammensetzung intakt sind, kann sich die Diagnose oft nicht auf pathologische bildgebende Befunde (Röntgen, CT, MRI) oder Laborparameter (Blutwerte etc.) stützen sondern ausschließlich auf die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl des Arztes.

Die manuelle Behandlung hat das Ziel, die normale Beweglichkeit dieser Gelenke wiederherzustellen und den Schmerz ursächlich zu bekämpfen.

Folgende Techniken kommen dabei zum Einsatz:

Manipulation: von lateinisch Manipulus = Kunstgriff; zu wenig bewegliche Gelenke werden durch die oft unnatürliche Kombination von Bewegungen isoliert raschen, aber dennoch sanften Bewegungsimpulsen ausgesetzt und so von ihrer Bewegungseinschränkung (Blockierung) befreit.

Manipulative Techniken dürfen ausschließlich von Ärzten durchgeführt werden.

Mobilisierende Techniken: sanft dehnende, wiederholt eingesetzte Einwirkungen auf Gelenke der Wirbelsäule und der Extremitäten mit dem Ziel, deren Beweglichkeit zu verbessern. Diese Techniken wirken nicht wie die Manipulation auf die Gelenksflächen direkt ein, sondern auf die umgebenden Weichteile (Kapseln, Bänder, Sehnen, Faszien und gelenknahe Muskelansätze) 

Druckpunkttechniken: direkte Einwirkungen auf verspannte Muskelareale und Triggerpunkte mit dem Ziel der Spannungsminderung

Massagetechniken: direkte Einwirkungen auf weiche Gewebe (Haut, Unterhaut, Muskulatur, Bindegewebe, Sehnen, Bänder) einschließlich der in diesen Geweben befindlichen Nervenendigungen. So werden Organisation und Struktur von Muskeln, Beweglichkeit von Gleitschichten und die Durchblutung insgesamt verbessert.


Im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes werden häufig unterstützend physiotherapeutische, orthopädietechnische und medikamentöse Verfahren eingesetzt sowie versucht, das alltägliche Verhalten der Patienten zu beeinflussen (Vermeiden schädigender Haltungen und Gewohnheiten, Stärken positiver Bewegungsmuster usw.).